Eine Produkttaxonomie ist das hierarchische Klassifikationssystem, das alle Produkte, die Sie verkaufen, in Abteilungen, Kategorien und Unterkategorien ordnet und jeder Ebene die Attribute und Regeln zuweist, denen die zugehörigen Produkte folgen müssen. Sie bestimmt, wo ein Produkt im Katalog liegt, welche Felder es vor der Veröffentlichung braucht und wie es auf Ihre Shop-Navigation, Ihre Suchfilter und Vertriebskanäle wie Google Shopping abgebildet wird.
Dieser Leitfaden erklärt, was eine Produkttaxonomie ist, wie sie sich von Attributen und von Googles Produktkategorie unterscheidet und wie Sie Schritt für Schritt eine aufbauen, mit Beispielen für Mode, Möbel und B2B-Industrie. Eine kostenlose Taxonomie-Vorlage ist in den Aufbauschritten verlinkt.
Kurz gesagt
- Eine Taxonomie ist ein Klassifikationssystem samt Regeln, nicht nur ein Menü. Kategorien ordnen Produkte; Attribute beschreiben sie.
- Gehen Sie von Ihren echten Produkten aus, entwerfen Sie wenige oberste Kategorien, halten Sie die Hierarchie flach und bilden Sie Varianten über Attribute ab.
- Trennen Sie Ihre interne Taxonomie von Googles Produktkategorie. Ordnen Sie jede unterste Kategorie der spezifischsten Google-Kategorie zu und pflegen Sie diese Zuordnung an einer Stelle.
- Geben Sie der Taxonomie einen Verantwortlichen und einen Prüfrhythmus, sonst läuft sie auseinander.
Was ist eine Produkttaxonomie?
Das Wort stammt aus dem Griechischen: taxis (Anordnung) und nomos (Gesetz oder Regel), also die Regeln, nach denen etwas angeordnet wird. Im E-Commerce beantwortet eine Produkttaxonomie für jedes Produkt drei Fragen: Um welchen Produkttyp handelt es sich, zu welcher Kategorie gehört er, und unter welcher Abteilung steht diese Kategorie? Daraus ergeben sich die Ebenen, die die meisten Kataloge brauchen, von der Abteilung bis zum Produkttyp.
| Ebene | Bezeichnung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Abteilung | Bekleidung |
| 2 | Kategorie | Herrenbekleidung |
| 3 | Unterkategorie | Jacken |
| 4 | Produkttyp | Regenjacken |
Beispiel einer dreistufigen Produkttaxonomie (Beschriftungen im Bild auf Englisch): Clothing auf Ebene 1, Men's, Women's und Kids' Clothing auf Ebene 2 sowie Jackets, Trousers und Knitwear unter Men's Clothing auf Ebene 3
Jedes Produkt liegt auf der spezifischsten Ebene, nie ganz oben. Ein Produkt ist nicht einfach „Bekleidung“, sondern eine Herren-Regenjacke.
Was eine Produkttaxonomie steuert
- Attributsets. Ein T-Shirt braucht Ausschnitt und Ärmellänge, ein Laptop nicht.
- Validierungsregeln. Zum Beispiel braucht jedes Elektronikprodukt eine GTIN und, wo es eines gibt, ein Energielabel.
- Navigation und Suche. Filter funktionieren nur, wenn Farbe, Größe oder Material als strukturierte Attribute an Produkten in der richtigen Kategorie hängen.
- Kanal-Feeds. Google Shopping, Marktplätze und Großhandelspartner nutzen jeweils eigene Kategoriestrukturen; Ihre Taxonomie ist die Basis, von der aus Sie zuordnen.
- Inhaltliche Anforderungen. Welche Informationen das Team für jede Kategorie erfassen muss.
Warum sie wichtig ist
Eine schwache Taxonomie fällt zuerst im Betrieb auf, lange bevor sie Umsatz kostet. Ohne klare Regeln ist jedes neue Produkt eine Ermessensentscheidung, und verschiedene Personen entscheiden unterschiedlich. Produkte landen in der falschen Kategorie, bekommen das falsche Attributset, und Pflichtfelder fehlen, ohne dass es jemand merkt. Kanal-Feeds werden für jeden Kanal zu einer manuellen Kategorisierungsarbeit. Eine klare Taxonomie nimmt diese Entscheidungen aus dem Tagesgeschäft.
Vorher-nachher-Vergleich (Beschriftungen im Bild auf Englisch): eine unstrukturierte Liste uneinheitlicher Produktnamen neben einer sauberen Hierarchie aus Clothing, Men's Clothing und Jackets mit Produktvarianten
Taxonomie, Kategorien, Attribute und Google-Produktkategorie im Vergleich
Diese Begriffe werden oft verwechselt. Sie bedeuten nicht dasselbe:
| Begriff | Was es ist | Beispiel | Wer steuert es |
|---|---|---|---|
| Taxonomie | Das gesamte Klassifikationssystem mit seinen Regeln | Ihre Struktur aus Abteilung, Kategorie und Unterkategorie, Benennungsregeln und Attributsets | Sie |
| Kategorie | Ein Knoten der Taxonomie | Herrenjacken | Sie |
| Attribut | Eine Eigenschaft eines Produkts innerhalb seiner Kategorie | Farbe: Marineblau. Größe: L. Material: Nylon | Sie, Wert für Wert |
| Google-Produktkategorie | Googles eigene Klassifikation, übermittelt im Feld google_product_category eines Shopping-Feeds |
Bekleidung & Accessoires > Bekleidung > Überbekleidung > Mäntel & Jacken (ID 5598) | |
| Produkttyp | Ihr eigener Kategoriepfad, übermittelt im Feld product_type eines Shopping-Feeds |
Herren > Jacken > Regenjacken | Sie |
Die Taxonomie sagt, wo ein Produkt liegt. Attribute beschreiben, was es ist. Ein Produkt ohne Platz in der Taxonomie lässt sich beim Stöbern nicht finden; ein Produkt ohne Attribute lässt sich nicht filtern oder gezielten Suchanfragen zuordnen. Sie brauchen beides.
Googles Taxonomie ist eine eigene Liste, auf die Sie zuordnen, kein Ersatz für Ihre. Googles offizielle Datei (Version vom 21.09.2021) enthält 5.595 Kategorien in 21 obersten Gruppen mit bis zu sieben Ebenen. Google führt google_product_category für jedes Produkt als optional und weist selbst eine Kategorie zu, wenn Sie das Feld weglassen. Wenn Sie es befüllen, übermitteln Sie entweder die numerische ID oder den vollständigen Pfad (nicht beides) und wählen die spezifischste Kategorie, die das Produkt beschreibt. Einige Google-Kategorien, etwa Bekleidung & Accessoires, bringen eigene Pflichtfelder mit, was ein Grund dafür ist, dass der Wert zählt. Die numerische ID ist in allen Sprachen gleich; die Kategorienamen in diesem Leitfaden stammen aus Googles deutscher Datei.
Mehrere Ihrer Kategorien können auf dieselbe Google-Kategorie zeigen. Google hat nur eine Kategorie Schuhe (ID 187): Jede Schuhart Ihrer Taxonomie wird dorthin zugeordnet, und der Unterschied zwischen Sneaker und Oxford bleibt in den Attributen. Der ganze Vergleich steht in Google-Produktkategorie vs. interne Taxonomie (EN), und der Leitfaden zur Google-Produktkategorie-Taxonomie zeigt, wie Sie die richtige ID finden.
Eine Produkttaxonomie aufbauen: Schritt für Schritt
Acht Schritte zum Aufbau einer Produkttaxonomie (Beschriftungen im Bild auf Englisch): Ziele definieren, Produkte prüfen, oberste Kategorien, Hierarchie definieren, Attribute festlegen, Google zuordnen, Regeln dokumentieren, Weiterentwicklung planen
Schritt 1: Festlegen, was die Taxonomie leisten muss
Bevor Sie eine Kategorie benennen, entscheiden Sie, welche Aufgaben sie erfüllen muss. Die meisten Online-Kataloge brauchen alle drei gleichzeitig: Shop-Navigation und Suche tragen, sich sauber auf Kanalanforderungen abbilden lassen und die interne Arbeit ordnen, damit Produktteams und Merchandiser Produkte finden, pflegen und auswerten können. Diese Aufgaben stehen manchmal im Konflikt. Eine Taxonomie, die nur für den internen Betrieb gebaut ist, passt oft nicht dazu, wie Kunden suchen. Klären Sie die Priorität zuerst, denn das erspart Nacharbeit.
Schritt 2: Von Ihren Produkten ausgehen, nicht von einem leeren Blatt
Exportieren Sie alle SKUs und lesen Sie die ganze Liste, bevor Sie etwas entwerfen. Achten Sie auf natürliche Gruppen, auf Sonderfälle, die nirgends passen, darauf, wie viele Produkte in jede mögliche Kategorie fallen, und darauf, welche Attribute Produkte derselben Gruppe teilen. Eine Kategorie mit zwei Produkten neben einer mit zweitausend deutet meist auf eine schiefe Hierarchie hin. Sie müssen nicht das ganze Universum abbilden: Beginnen Sie mit den Produktlinien, die für den Umsatz am wichtigsten sind, und erweitern Sie von dort.
Schritt 3: Die obersten Kategorien entwerfen
Oberste Kategorien sollten breit genug sein, um stabil zu bleiben, und konkret genug, um etwas auszusagen. Fünf bis zwölf sind für einen einzelnen Shop ein gängiger Bereich; weniger ist oft zu grob, deutlich mehr überfüllt die Navigation. (Googles eigene Taxonomie hat 21 oberste Gruppen, weil sie jede Art von Produkt abdecken muss, nicht das Sortiment eines Shops.) Ein praktischer Test: Jemand, der Ihren Katalog nie gesehen hat, sollte jedes Produkt der richtigen obersten Kategorie zuordnen können, ohne nachzudenken.
Es gibt zwei übliche Wege zu starten. Kundenorientiert: Nutzen Sie Suchdaten aus dem Shop, Anfragen aus der Search Console und die Worte, mit denen Kunden beschreiben, was sie wollen. Google-orientiert: Beginnen Sie bei Googles oberster Ebene, was die spätere Kanalzuordnung erleichtert; Sie können trotzdem andere, kundennahe Bezeichnungen verwenden. Für einen Modehändler könnten die obersten Kategorien Damen, Herren, Kinder, Schuhe und Accessoires sein. Für Haushaltswaren etwa Möbel, Küche & Esszimmer, Bettwaren & Bad, Dekoration und Beleuchtung.
Schritt 4: Die Hierarchie aufbauen (und früh aufhören)
Die meisten Kataloge brauchen mindestens drei Ebenen: Abteilung, Kategorie und Unterkategorie. Größere Kataloge ergänzen eine vierte Ebene für den Produkttyp. Tiefer zu gehen hilft selten und macht die Struktur schwerer pflegbar. Googles Taxonomie zeigt dasselbe Muster: 5.150 ihrer 5.595 Kategorien (92 %) liegen in den ersten fünf Ebenen, nur 445 reichen bis in die Ebenen sechs und sieben.
Der häufigste Fehler bei der Kategorienhierarchie im Online-Handel ist, jede Eigenschaft als eigene Ebene abzubilden. Statt Bekleidung > Herren > Oberteile > Hemden > Freizeit > Kurzarm > Baumwolle > Rundhals verwenden Sie Herrenhemden > Freizeithemden und lassen Attribute Ärmellänge, Material und Ausschnitt tragen. Kategorien fassen Produkte zusammen, die dieselbe Art von Informationen brauchen; Attribute beschreiben die Variation darin. Zu den strukturellen Abwägungen siehe flache vs. hierarchische Produkttaxonomie (EN), und dazu, wie Kategorien Filter speisen, Facettennavigation und Produkttaxonomie (EN).
Schritt 5: Attribute und Regeln je Kategorie definieren
Diesen Schritt überspringen viele Teams, und deshalb zerfallen viele Taxonomien. Dokumentieren Sie für jede unterste Kategorie, welche Attribute erforderlich sind (ohne sie darf ein Produkt nicht veröffentlicht werden), welche empfohlen und welche optional sind. Ein Beispiel für eine Kategorie:
| Damen-T-Shirts | Attribute |
|---|---|
| Erforderlich | Größe, Farbe, Materialzusammensetzung, Ausschnitt, Ärmellänge, Pflegehinweise, mindestens zwei Bilder |
| Empfohlen | Passform, Muster, Anlass, Größentabelle |
| Validierungsregeln | Die Materialzusammensetzung ergibt 100 %; der Preis ist größer als null; die Beschreibung erreicht Ihre Mindestlänge und überschreitet nicht das Maximum des jeweiligen Kanals |
Das wird Ihre Checkliste für die Datenqualität: Ein Produkt geht erst live, wenn die Pflichtattribute seiner Kategorie vollständig sind. Die Produktdaten-Vollständigkeitsprüfung zeigt, wo ein Katalog Lücken hat.
Schritt 6: Google und weiteren Kanälen zuordnen
Ihre interne Taxonomie ist die Quelle der Wahrheit; die Kanäle erhalten eine Zuordnung daraus. Ordnen Sie jede unterste Kategorie einmal der spezifischsten Google-Kategorie zu und pflegen Sie die Zuordnung zentral. IDs finden Sie in Googles offizieller Taxonomie-Datei oder mit dem Google-Produktkategorie-Finder .
| Ihre Kategorie | Google-Produktkategorie | ID |
|---|---|---|
| Damen-T-Shirts | Bekleidung & Accessoires > Bekleidung > Shirts & Tops | 212 |
| Damenkleider | Bekleidung & Accessoires > Bekleidung > Kleider | 2271 |
| Herrenjacken | Bekleidung & Accessoires > Bekleidung > Überbekleidung > Mäntel & Jacken | 5598 |
| Herren-Laufschuhe | Bekleidung & Accessoires > Schuhe | 187 |
Google hat keine eigene T-Shirt-Kategorie, daher bleiben Ausschnitt und Ärmellänge Attribute, und alle Schuhe teilen sich eine Google-Kategorie. Amazon und andere Marktplätze führen eigene Strukturen, die sich je Marktplatz unterscheiden; führen Sie deshalb pro Kanal eine eigene Zuordnungsspalte. Der Leitfaden zur Kategoriezuordnung behandelt Regeln für die Zuordnung von Lieferantenkategorien und Kanalzuordnungen ausführlich.
Schritt 7: Mit echten Produkten testen, dann die Regeln dokumentieren
Bevor Sie die Taxonomie ausrollen, testen Sie sie an 50 bis 100 Produkten, die das Sortiment abbilden: Bestseller, Neuheiten, Bundles und Varianten sowie die Sonderfälle, die nicht sauber passen. Kann das Team sie ohne Diskussion kategorisieren? Ergeben die Attributsets Sinn? Beheben Sie Lücken jetzt, bevor zehntausend Produkte falsch eingeordnet sind. Halten Sie die Regeln dann schriftlich fest: den vollständigen Kategoriebaum, was in welche Kategorie gehört und was nicht, Attributsets, Benennungskonventionen, Ausnahmeregeln und wer was ändern darf.
Starten Sie mit einer Vorlage statt mit einem leeren Blatt: Laden Sie die kostenlose Taxonomie-Vorlage (Excel) herunter mit Startstrukturen für fünf Branchen, Attributsets und Google-Kategorie-IDs, oder lesen Sie zuerst, was in der Vorlage steckt . Sie ist auch auf Englisch und Französisch verfügbar.
Schritt 8: Veränderung einplanen und einen Verantwortlichen benennen
Keine Taxonomie übersteht einen wachsenden Katalog unverändert. Neue Produktlinien brauchen Kategorien, Sonderfälle tauchen auf, und eine überfüllte Unterkategorie muss geteilt werden. Benennen Sie einen Taxonomie-Verantwortlichen, der bei Struktur, Benennung und Änderungen das letzte Wort hat, meist jemand aus dem Produktbetrieb, der Data Governance oder dem Merchandising. Eine einfache Aufgabenverteilung:
| Aufgabe | Taxonomie-Verantwortlicher | Produktteam | Merchandising | IT/Systeme |
|---|---|---|---|---|
| Neue Kategorien anlegen | Durchführend | Konsultiert | Konsultiert | Informiert |
| Attributsets definieren | Durchführend | Konsultiert | Informiert | Informiert |
| Kategorieänderungen freigeben | Durchführend | Konsultiert | Konsultiert | Informiert |
| Externen Taxonomien zuordnen | Durchführend | Konsultiert | – | Konsultiert |
| Regelmäßige Prüfung | Durchführend | Informiert | Informiert | – |
Prüfen Sie die Struktur mindestens einmal im Jahr anhand von Suchdaten, Kanalleistung und Katalogwachstum, und öfter, solange sich der Katalog schnell verändert. Anzeichen für einen Neuaufbau sind eine große Kategorie „Sonstiges“ oder „Diverses“, Produkte in mehreren Kategorien mit widersprüchlichen Attributanforderungen, uneinheitliche Kategorienamen und eine Kanalzuordnung, die nicht mehr sauber ist. Die Checkliste für Taxonomie-Audits (EN) führt durch eine Prüfung, und so migrieren Sie eine Produkttaxonomie (EN) behandelt die Änderung einer laufenden Struktur, ohne den Shop zu stören.
Beispiele für Produkttaxonomien
Die Prinzipien bleiben in allen Branchen gleich; Tiefe, Attribute und Regeln unterscheiden sich. Drei Praxisbeispiele:
Mode
Mode-Taxonomien werden von Größensystemen, Farben und Saisons geprägt. Eine typische Struktur ist Damen > Oberteile > T-Shirts, wobei Ärmellänge und Ausschnitt Attribute sind und keine zusätzlichen Ebenen. Farbe braucht zwei Felder, einen Marketingnamen für die Produktseite und einen normalisierten Wert für Filter und Feeds, und die Größe muss das verwendete Größensystem angeben. Die Zuordnungstabelle oben zeigt, wie diese Kategorien in Googles Taxonomie landen. Die vollständige Struktur, Attributsets je Unterkategorie und den Umgang mit saisonalen Kategorien finden Sie im Leitfaden Produkttaxonomie für Mode-E-Commerce (EN).
Möbel und Haushaltswaren
Kunden suchen nach Raum, Stil, Material und Größe, was die erste Entwurfsfrage aufwirft: nach Raum oder nach Produkttyp gliedern? Typen wie Sofas, Tische und Betten lassen sich direkt Googles Möbelkategorien zuordnen, während ein Beistelltisch in mehrere Räume passen kann. Eine verbreitete Antwort ist eine typbasierte Hierarchie mit dem Raum als filterbarem Attribut, so erhalten Sie beide Navigationswege, ohne Produkte in zwei Kategorien zu legen. Abmessungen (Breite, Höhe, Tiefe) und Gewicht sind Attribute, die Möbelkäufer vor dem Kauf brauchen, und das Material funktioniert am besten als Marketingname plus normalisierter Wert. Bei Google werden Sofas Möbel > Sofas (ID 460) zugeordnet und Esstische Möbel > Tische > Küchen- & Esszimmertische (ID 4355). Die vollständige Struktur steht in Produkttaxonomie für Haushaltswaren und Möbel (EN).
B2B-Industrie
Eine B2B-Produkttaxonomie bedient Käufer, die oft Teilenummer, Materialgüte und Zertifizierung bereits kennen, die sie brauchen. Sie wird meist an einem etablierten Klassifikationsstandard wie UNSPSC, eCl@ss oder GS1 GPC als internem Gerüst ausgerichtet, mit kundenfreundlichen Kategorienamen als Anzeigeebene darüber. Die Attribute sind technisch: bei einer Schraube etwa Gewindenorm, Materialgüte, Kopfform, Länge und Oberfläche; für die Compliance Angaben wie CE-Kennzeichnung, RoHS, REACH, IP-Schutzart und die Norm, nach der das Produkt gefertigt ist. Teilenummern, Mindestbestellmengen und Staffelpreise gehören in strukturierte Felder, nicht in Beschreibungen. Googles Taxonomie ist für Shopping-Feeds im Handel gebaut, ordnen Sie ihr deshalb nur dort zu, wo Sie über Shopping verkaufen: Sechskantschrauben werden zum Beispiel Heimwerkerbedarf > Bauzubehör > Befestigungselemente > Schrauben & Muttern (ID 1739) zugeordnet. Der Leitfaden Produkttaxonomie für B2B-Industrieprodukte (EN) enthält die vollständige Struktur.
Weitere Branchenleitfäden: Lebensmittel und Getränke (EN), Elektronik (EN) und Beauty und Kosmetik (EN).
Best Practices für Produkttaxonomien
- Für Kunden und für den Betrieb entwerfen. Bauen Sie die Master-Taxonomie für den Betrieb: Attributsteuerung, Validierung und Datenmodell. Geben Sie Kunden dann Navigationsansichten, die darauf abbilden. Die Navigation darf merchandising-getrieben sein („Bestseller“, „Neuheiten“); die Taxonomie sollte datengetrieben sein.
- Eine Benennungskonvention wählen und durchsetzen. Entscheiden Sie über Singular oder Plural, die Schreibweise (etwa mit oder ohne Bindestrich) und die Reihenfolge von breit nach konkret, und dokumentieren Sie das. „Herren-Laufschuhe“ und „Schuhe für Herren“ im selben Baum machen Kataloge unübersichtlich.
- Flach bleiben und Varianten über Attribute abbilden. Kategorien fassen Produkte zusammen, die dieselben Informationen brauchen; sie sind nicht dazu da, jede Eigenschaft zu beschreiben.
- Kategorien Regeln steuern lassen, nicht nur Bezeichnungen. Eine Kategorie ist ein Vertrag: Produkte darin haben diese Attribute, folgen diesen Validierungsregeln und erfüllen diese Qualitätsstandards. Sonst ist sie nur ein Navigationsmenü.
- Jedem Produkt genau eine Hauptkategorie geben. Sie steuert das Attributset. Zweitkategorien können für Navigation oder Merchandising existieren, damit sich Attributanforderungen nie widersprechen.
- Einmal zuordnen, auf unterster Ebene, und die Zuordnung an einer Stelle pflegen. Aktualisieren Sie sie, wenn ein Kanal seine Taxonomie ändert.
- Einen Verantwortlichen benennen und regelmäßig prüfen. Ohne Governance entstehen „Sonstiges“-Kategorien.
Häufige Fehler bei Produkttaxonomien
- Die Taxonomie eines Wettbewerbers kopieren. Sie passt zu dessen Katalog, Kunden und Abläufen, nicht zu Ihren. Schauen Sie sie sich an und bauen Sie dann Ihre eigene.
- Taxonomie und Navigation gleichsetzen. Sie überschneiden sich, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
- Kategorien wie „Sonstiges“ oder „Diverses“ anlegen. Sie werden zu Abladeplätzen. Eine große Kategorie dieser Art heißt: Das Modell ist kaputt.
- Nur für den heutigen Katalog bauen. Denken Sie ein oder zwei Sortimentserweiterungen voraus, ohne zu überkonstruieren.
- Auf übergeordnete statt auf unterste Kategorien zuordnen. Eine vage Google-Kategorie gibt Google eine schlechtere Beschreibung des Produkts.
- Kein Verantwortlicher und keine Freigaben. Wenn jeder Kategorien anlegen darf, wird die Struktur zum Wildwuchs.
Leitfäden zur Produkttaxonomie nach Thema
- Zuordnung und Kanäle: E-Commerce-Produkttaxonomie: Leitfaden zur Kategoriezuordnung , Google-Produktkategorie-Taxonomie: der vollständige Leitfaden , Google-Produktkategorie vs. interne Taxonomie (EN) und Shopify-Produkttaxonomie: Kategorien, Attribute und Metafields (EN).
- Struktur: flache vs. hierarchische Taxonomie (EN), Facettennavigation und Taxonomie (EN) und Produktdatenmodellierung für PIM: Taxonomie, Attribute und Varianten (EN).
- Nach Branche: Mode (EN), Haushaltswaren und Möbel (EN), B2B-Industrie (EN), Lebensmittel und Getränke (EN), Elektronik (EN) und Beauty und Kosmetik (EN).
- Prüfen und ändern: Checkliste für Taxonomie-Audits (EN) und Produkttaxonomie migrieren (EN).
- Wirkung auf die Suche: wie eine schlechte Taxonomie die Shop-Suche ruiniert (EN) und Shop-Suche und Filter: Taxonomieregeln (EN).
- Vorlage und Begriffe: kostenlose Taxonomie-Vorlage und das PIM-Glossar (EN).
Ihre Produkttaxonomie in LynkPIM verwalten
Eine Tabelle eignet sich gut, um eine Taxonomie zu entwerfen. Sobald Sie sie über viele Produkte und Personen hinweg durchsetzen müssen, hilft es, Struktur und Regeln dort zu halten, wo die Produkte liegen. In LynkPIM können Sie:
- den Kategoriebaum mit obersten Gruppen und untergeordneten Kategorien aufbauen und Produkte zuweisen;
- typisierte Attribute mit zulässigen Optionen und Pflicht- oder Validierungsverhalten anlegen;
- Produkte mit gemeinsamem Feldsatz in Produktfamilien bündeln, sodass das Schema einer Familie festlegt, was ihre Produkte brauchen;
- Produkte anhand von Vollständigkeits- und Qualitätsregeln prüfen, bevor sie einen Kanal erreichen; und
- mit Importzuordnungen Quellspalten LynkPIM-Feldern zuordnen und die Zuordnung für weitere Importjobs wiederverwenden.
Die Dokumentation (auf Englisch) führt durch Attribut- und Taxonomie-Einrichtung (EN) und Produktfamilien und Familienschemata (EN); Produktdatenmodellierung gibt das größere Bild.
Kostenlos starten : LynkPIM ist für bis zu 25 Produkte kostenlos, mit allen Kernfunktionen. Was darüber hinaus gilt, steht auf der Preisseite ; oder laden Sie die kostenlose Taxonomie-Vorlage herunter , um Ihre Struktur zuerst zu entwerfen. Wie gut Ihre Produktdaten heute dastehen, zeigt der PIM-Readiness-Score .
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Produkttaxonomie?
Eine Produkttaxonomie ist das hierarchische Klassifikationssystem, das Produkte in Abteilungen, Kategorien und Unterkategorien ordnet und für jede Ebene Attribute und Regeln festlegt. Sie steuert Shop-Navigation und Filter, Kanal-Feeds und die interne Katalogpflege.
Wie baue ich eine Produkttaxonomie auf?
Legen Sie fest, wofür die Taxonomie gebraucht wird, prüfen Sie Ihre Produkte, entwerfen Sie 5 bis 12 oberste Kategorien, bauen Sie eine Hierarchie aus meist drei bis fünf Ebenen, definieren Sie Pflicht- und empfohlene Attribute je Kategorie, ordnen Sie jede unterste Kategorie Googles Taxonomie und Ihren weiteren Kanälen zu, testen Sie mit echten Produkten und dokumentieren Sie die Regeln. Benennen Sie dann einen Verantwortlichen und prüfen Sie regelmäßig.
Welche Beispiele für eine Produkttaxonomie gibt es?
Ein Modebeispiel ist Bekleidung > Herrenbekleidung > Jacken > Regenjacken. Ein Möbelbeispiel ist Möbel > Sofas > Ecksofas. Ein Industriebeispiel ist Befestigungstechnik > Schrauben > Sechskantschrauben. Die Leitfäden für Mode, Haushaltswaren und Möbel sowie B2B-Industrie zeigen vollständige Strukturen mit Attributsets.
Welche Best Practices gibt es für Produkttaxonomien?
Bauen Sie die Master-Taxonomie für den Betrieb und behandeln Sie die Shop-Navigation als Ansicht darauf, verwenden Sie eine dokumentierte Benennungskonvention, halten Sie die Hierarchie flach und bilden Sie Varianten über Attribute ab, lassen Sie Kategorien Attributsets und Validierungsregeln steuern, geben Sie jedem Produkt eine Hauptkategorie, ordnen Sie auf unterster Ebene zu Google zu und benennen Sie einen Verantwortlichen, der Änderungen freigibt.
Wie unterscheidet sich eine B2B-Produkttaxonomie?
B2B-Käufer suchen oft nach Teilenummer und technischer Spezifikation, daher richtet sich eine B2B-Taxonomie häufig an einem Klassifikationsstandard wie UNSPSC, eCl@ss oder GS1 GPC aus. Sie führt Spezifikations- und Compliance-Attribute, zum Beispiel Gewindenorm, Materialgüte, CE-Kennzeichnung oder IP-Schutzart, und behandelt Teilenummern, Mindestbestellmengen und Staffelpreise als strukturierte Daten.
Gibt es eine kostenlose Vorlage für eine Produkttaxonomie, und welches Werkzeug sollte ich nutzen?
Ja. Die kostenlose LynkPIM-Vorlage für Produkttaxonomien ist eine Excel-Datei mit Startstrukturen für fünf Branchen, Attributsets und Google-Kategorie-IDs, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Eine Tabelle genügt, um eine Taxonomie zu entwerfen. Wechseln Sie in ein PIM, wenn Sie Attributsets, Validierung und Kanalzuordnung über viele Produkte hinweg durchsetzen müssen. LynkPIM ist für bis zu 25 Produkte kostenlos.
Quellen und wie wir geprüft haben
Die Angaben zu Googles Taxonomie (5.595 Kategorien, 21 oberste Gruppen, bis zu sieben Ebenen sowie alle IDs und Pfade in diesem Leitfaden) wurden im Oktober 2026 anhand von Googles
offizieller deutscher Taxonomie-Datei
(Version vom 21.09.2021) geprüft; die englische Datei enthält dieselben IDs. Aussagen zu den Feldern google_product_category und product_type folgen der Google Merchant Center-Hilfe (auf Englisch) zu
Google-Produktkategorie
und
Produkttyp
. Ebenenzahlen, Attributlisten und Richtwerte wie „fünf bis zwölf oberste Kategorien“ sind gängige Praxis und Ausgangspunkte, keine Standards. Aussagen zu LynkPIM folgen der oben verlinkten Produktdokumentation. Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026.
